Dorfkirche Brochterbeck

Die Geschichte der Kirche im Wandel der Jahrhunderte

Bereits 1150 wird Brochterbeck urkundlich erwähnt. Die alte Dorfkirche geht in ihren Ursprüngen auf eine kleine Kapelle zurück, an deren Stelle um 1230 oder etwas später eine Kirche im romanischen Stil erbaut wurde. Urkundlich wird sie als Pfarrkirche aber erst 1320 bezeugt.

Vor 1430 zerstörte ein Brand die romanische Kirche, die man dann gotisch umbaute. Die ursprüngliche Holzdecke wurde durch ein zweijochiges Gewölbe mit Rippen auf Konsolen und Schlusssteinen ersetzt. Das Kirchenschiff erhielt die Stützpfeiler. Die Seitenmauern wurden erhöht, und man zog eine Keilschicht ein, da die Kirche sich an der Turmseite um rund 40 cm gesetzt hatte. Die Fenster erhielten ihre gotische Spitzbogenform, der Altarraum, bisher nur in leichter Wölbung ausgeführt, wurde stark vergrößert.

Bemerkenswert sind die beiden Figuren (Fratzenkapitelle, Schabellen), die aus der Zeit des Umbaus stammen, vielleicht aber noch älter sind. Fratzenkapitelle dieser Art finden sich in Norddeutschland sonst nur sehr selten. Sie zeigen ein lachendes Männchen an der Südseite, das den Menschen kennzeichnet, der aus dem Land der Sonne kommt, d. h. Christus kennt, und ein Männchen mit einem grimmigen oder traurigen Gesicht an der Nordseite, das den zeigt, der aus der Dunkelheit kommt, d. h. Christus nicht kennt.

Um 1890 ersetzte man die einfarbigen Fenster durch Buntglas, über der Seiteneingangstür wurde das Wappen Luthers angebracht: eine Rose und ein rotes Herz mit schwarzem Kreuz. Acht dreiarmige Wandleuchter und der Kronleuchter, zwei Altarleuchter und eine silberne Abendmahlskanne wurden gestiftet bzw. angeschafft, eine neue Uhr kam auf den Turm.

1963 wurde der Turm neu mit Schiefer gedeckt und eine neue Turmuhr eingebaut, zwei Jahre später erfolgte eine Neuverglasung der Fenster. 1964 stieß man bei der Ablösung des Anstriches an der Decke des Schiffes auf Reste von Fresken, die etwa 500 Jahre alt waren und im 16. Jahrhundert übermalt worden waren. Aus Kostengründen wurden sie fixiert und erneut übermalt.

Eine große Renovierung musste ab 1992 durchgeführt werden, weil die Sicherheit der Kirche nicht mehr gewährleistet war. Eine Heißluftanlage wurde eingebaut, Turm, Glockenstuhl und Glocken, Kirchenschiff und Dach gründlich saniert. Nachdem der Innenanstrich erfolgt war, wurde die Kirche am 1. Advent 1997 wieder eröffnet.

 

Die Kirche in den Zeiten der Reformation

1525/27 führte Graf Konrad in Tecklenburg die Reformation ein. Brochterbeck gehörte damals zur katholisch gebliebenen Obergrafschaft Lingen. Als diese 1541 wieder an Tecklenburg fiel, führte der Graf auch hier die Reformation ein. Mehrmals wechselte die Konfession der Brochterbecker. Endgültig wurde die Reformation mit dem Westfälischen Frieden besiegelt.

In der Oranienzeit behielten die katholischen Christen ihren Glauben, obwohl sie sich offiziell der Religion des Landesherren beugen mussten. Das älteste Kirchenbuch der Gemeinde von 1677 enthält daher evangelische und katholische Personen.

Mit dem Kauf der Grafschaft Tecklenburg durch Preußen 1707 wurde nach und nach katholisches Gemeindeleben möglich. 1718 entstand die erste katholische Kirche, die bis 1809 genutzt und dann wegen Baufälligkeit geschlossen wurde.

Ab Ende 1809 benutzten beide Gemeinden die evangelische Kirche gemeinsam. Dieses Simultaneum führte zu einer Entfremdung der Konfessionen, obwohl das Verhältnis der Pfarrer zeitweilig freundschaftlich war. Häufig gab es Streit um die Benutzung der Kirche und um Reparaturkosten. Erst 50 Jahre später, 1860, konnte die katholische Gemeinde ihre eigene Kirche weihen.

Christian Hell, Pfarrer em.

Adresse:
Dorfkirche Brochterbeck
Dorfstraße 36, 49545 Tecklenburg


Öffnungszeiten:
Vom Beginn der Osterferien bis zum Ende der Herbstferien täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr, sowie ganzjährig zu den Gottesdiensten.

Karte Dorfkirche Brochterbeck

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